TUM-Studie zu Ernährung und Bewegung mit kritischen Ergebnissen

Studie zum Teufelskreis: Corona führt zu Gewichtszunahme, gleichzeitig gilt Adipositas als Treiber der Pandemie, denn das Risiko für schwere Krankheitsverläufe steigt.
Lesezeit: 3 Minuten
TUM-Studie: Corona befeuert Adipositas
TUM-Studie: Corona befeuert Adipositas
Wissenschaftler der Technischen Universität München (TUM) wollten wissen, wie die Corona-Pandemie das Ernährungs- und Bewegungsverhalten von Erwachsenen und ihr Gewicht verändert hat. Das Ergebnis: Rund 40 Prozent der Befragten haben seit dem Beginn der Pandemie zugenommen und etwas mehr als die Hälfte bewegt sich weniger als vor der Corona-Krise.

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Die wichtigsten Fakten in Kürze:

  • Studie belegt: Corona-Pandemie lässt Übergewichtige stärker zunehmen.
  • Je höher der BMI ist, desto mehr nehmen die Befragten zu und desto weniger bewegen sie sich.
  • Ein Teufelskreis entsteht, denn adipöse Menschen sind stärker gefährdet, gefährlich an Covid-19 zu erkranken.

Los geht's! Die Hintergründe und Detailinformationen:

Seit Beginn der Corona-Pandemie haben sie zugenommen. Das gibt fast die Hälfte der 30- bis 44-Jährigen (48 Prozent) an, sowie Befragte, die bereits zuvor ein Gewichtsproblem hatten (53 Prozent). So lautet eins der Ergebnisse der Umfrage, die das Else Kröner Fresenius Zentrum für Ernährungsmedizin (EKFZ) an der TUM gemeinsam mit dem Meinungsforschungsinstitut Forsa durchgeführt hat.


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Corona-Pandemie verstärkt Gewichtszunahme

Die Ergebnisse geben Anlass zur Sorge. Denn je höher der Body-Mass-Index (BMI) der Befragten ist, desto häufiger bejahen sie eine Gewichtszunahme seit Beginn der Pandemie.


„Corona befeuert damit die Adipositas-Pandemie.“
_______________________________

Hans Hauner, Ernährungsmediziner und Leiter des Else Kröner Fresenius Zentrums für Ernährungsmedizin


Im Durchschnitt liegt die Gewichtszunahme bei 5,6 Kilo, bei den Befragten mit einem höheren BMI von über 30 sogar bei durchschnittlich 7,2 Kilo.

„Im Gegenzug gilt Adipositas als Treiber der COVID-19-Pandemie, denn mit dem BMI steigt auch das Risiko, schwer an Corona zu erkranken. So entsteht ein Teufelskreis aus dem Zusammenspiel von Corona und Adipositas“, erklärt Prof. Hauner.

Schon ohne Corona-Pandemie kostet zu hohes Gewicht in Deutschland jährlich etwa 80.000 bis 100.000 Menschenleben.

„Der Kollateralschaden durch die Fokussierung auf Corona ist daher im Bereich der vielen lebensstilbedingten Krankheiten enorm“, meint Prof. Hauner.


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Ernährungsverhalten seit Beginn der Pandemie

Die Mehrheit (mehr als 60 Prozent) der Befragten meint, dass sich ihr Ernährungsverhalten seit Beginn der Pandemie nicht grundlegend verändert hat. Die Befragten geben allerdings zu, dass sie mehr Zeit zum Essen haben (33 Prozent) und häufiger aus Langeweile essen (28 Prozent).

Besonders kritisch: Dabei werden überwiegend ungesunde Lebensmittel wie Süßigkeiten, Fastfood oder zuckergesüßte Getränke konsumiert, gerade von Menschen, die sich durch die Pandemie psychisch belastet fühlen.


Jetzt mehr erfahren: 'Lockdown macht krank'


Gesunde Ernährung

„Der Energiebedarf eines Erwachsenen liegt – je nach Alter, Geschlecht und Gewicht – zwischen 1.500 und 2.500 kcal pro Tag. Das Ziel beim Essen muss deshalb eine gute, aber nicht übermäßige Versorgung mit den Energieträgern Kohlenhydrate, Fette, Eiweiß sowie mit Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen sein, also eine vollwertige Ernährung“, erklärt Prof. Hauner.


EKFZ-Expertengespräch 2021 (v.l.): Prof. Dr. Hans Hauner (TUM), Dr. Ulrike Schneider (EKFS), Prof. Dr. Renate Oberhoffer-Fritz (TUM)

Studie belegt Bewegungsmangel

52 Prozent der Befragten bewegen sich seit Beginn der Corona-Krise weniger als vorher – und je höher der BMI, umso weniger (60 Prozent). Als Gründe geben die Befragten weniger Bewegung im Alltag an (54 Prozent), sowie, dass die Fitnessstudios und Sporthallen für Einzel- oder Gruppensport geschlossen sind (53 Prozent).

Aktivität und Bewegung sind wichtig, um unsere Gesundheit und auch unser Wohlbefinden zu stärken“, sagt Renate Oberhoffer-Fritz, Professorin für Präventive Pädiatrie und Dekanin der Fakultät für Sport- und Gesundheitswissenschaften der TUM.

„Erwachsene sollten mindestens 150 Minuten pro Woche mit moderater bis hoher Intensität aktiv sein. Klassische Ausdauersportarten wie Radfahren, Laufen und Schwimmen bieten sich hier an.“


Hier weiterlesen: 'Gesundheitstraining in Zeiten der Pandemie'


Was das Expertenteam empfiehlt

„Eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige körperliche Bewegung sind entscheidende Voraussetzungen für Gesundheit, Fitness und Leistungsfähigkeit“, sagt Prof. Oberhoffer-Fritz.

„Wer sich fettarm ernährt und sich ausreichend bewegt, hat mehr vom Leben – und dies gilt nicht nur in Corona-Zeiten“, resümiert Prof. Hauner.


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